Margrets BauernstubeSeit 450 Jahren gibt es ein Gipfelkreuz und eine Walfahrt auf dem sagenumwobenen Litermont. Das jetzige Kreuz ist 150 Jahre alt.
Hier oben soll einst eine Burg derer von Hohenlohe gestanden haben. Eine Inschrift am Kreuz erinnert an „Margarethe von Lidermont“ die Mutter des legendären „Ritter Maldix“. Als wilder Jäger tobte er durch die Wälder rings um den Berg und ließ seinen Übermut wohl auch an den Untertanen aus. Auch an einem Karfreitag ging er statt zur Kirche auf die Jagd. Da zeigte sich ihm ein weißer Hirsch mit goldenem Kreuz im Geweih! Er jagt der Erscheinung nach, der Hirsch läuft immer höher, dem Gipfel zu. In wildem Galopp hetzt Maldix hinterher. Von einem Felsvorsprung am Gipfel springt das Tier ab und verschwindet. Maldix kann den Ritt nicht mehr stoppen und zerschellt in der Schlucht. Ob Margarethe um den missratenen Sohn getrauert hat ist schwer zu sagen, sie soll aber in der Gegend wohltätig gewirkt haben und eine Inschrift auf der Westseite des Kreuzes erinnert an die Gräfin.
Als erstes in der Neuzeit hier oben geborenes Mädchen wurde ich nach ihr benannt. Mein Großvater hatte Mitte der dreißiger Jahre auf der Lichtung am „Grauen Stein“ das erste Haus auf dem Litermont gebaut, gerodet und Landwirtschaft betrieben. Er war ein echter Pionier, hatte jahrelang mit Frau (auch Pionier) und zwei Kindern in einem Holzhaus gewohnt, ohne Wasseranschluss oder gar Elektrizität. Am neuen Haus angebaut war eine Tanzfläche. Noch heute erzählen die älteren Leute vom „Blütenfest“, das ab dann jährlich gefeiert wurde. Nach dem Krieg wurde ein Erholungsheim für junge Frauen eingerichtet. So kam meine Mutter auf den Berg und blieb wegen des wilden Ritters, denn meinem Vater hatte man schon früh den Spitznamen „Maldix“ verliehen. Es gab eine Doppelhochzeit und in der „Großfamilie“ wurde neben der Landwirtschaft nun auch eine Gastwirtschaft betrieben.
1961 zogen meine Eltern in ein eigenes Haus, ich hatte mittlerweile 3 Schwestern. 1964 bauten sie ein eigenes kleines Restaurant, das sie ab 1965 unter dem Namen „Bauernstube“ betrieben. Dort kamen eigene landwirtschaftliche Produkte auf den Tisch, mindestens ein Schwein wurde pro Woche geschlachtet, Schweinskäs, Schinken, Blut –und Leberwurst gemacht, Schnitzel geschnitten... Die Bauernstube war der Renner der 60er und 70er Jahre. Die „Hausbälle“ rund um Fasching waren berühmt.
Zu Neujahr 2000 wurde die Gastwirtschaft geschlossen und bedurfte dringend einer Sanierung. So habe ich nach einer Umfassenden Überarbeitung und Umgestaltung (unter der architektonischen Leitung meines Mannes, des Architekten Hans Thomas Stolpe), die dem Haus ein lichtdurchflutetes mediterranes Flair verliehen hat das neue Restaurant eröffnet.
Ich habe den Namen „Margrets Bauernstube“ gewählt, um die Tradition zu erhalten und gleichzeitig etwas Neues zu zeigen. Schließlich ist mein Name kein Zufall, sondern hat mit den Sagen und Geschichten des Litermont zu tun.
Die frische ländliche Küche möchten wir erhalten, aber zeitgemäß auslegen. Die fröhlichen Feste werden in Events fortgesetzt. Seit Mai 2006 steht die umgebaute Scheune unseres Vaters für Feste aller Art zur Verfügung unter dem Namen LaHaut.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben, kochen und bauen sie noch heute.
Es grüßt Margret Lafontaine